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MTA-Schule

Fachliche Leitung:
Thomas Capponi
Uni-Klinikum, Krankenpflegeschule

Ende einer Ära

Verabschiedung von Gunda Kramer, langjähriger fachlicher Leitung der Krankenpflegeschule, in den Ruhestand

Einfühlsam, kompetent und beharrlich: Das sind nur drei der Charakteristika, die Gunda Kramer auszeichnen. Die fachliche Leitung der Berufsfachschule für Krankenpflege des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Erlangen wurde gestern (23.03.2017) in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Aktuelle und ehemalige Kollegen, Familie und Freunde, Kooperationspartner und Weggefährten: Sie alle waren zahlreich gekommen und voll des Lobes für die tatkräftige Frau, mit deren Fortgang nun auch eine Ära endet. 20 Jahre lang setzte sich Gunda Kramer für ihre Schüler, ihre Lehrerschaft und die Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege ein. Dabei habe sie hartnäckig für ihre Ziele gekämpft, ihr umfangreiches Fachwissen gleich in mehreren Ämtern eingebracht sowie jederzeit gerne mit Kollegen geteilt und gerade in schwierigen Zeiten den Mut bewiesen, wegweisende Entscheidungen zu treffen - so die Stimmen der Redner.
Von links: Christine Hefer (Ministerialrätin/Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst), Hans-Dieter Werner (neue fachliche Leitung/Krankenpflegeschule des BSZG Erlangen), Gabriele Ertl (Schulleiterin/BSZG Erlangen), Gunda Kramer (ausgeschiedene fachliche Leitung/Krankenpflegeschule des BSZG Erlangen), Reiner Schrüfer (Pflegedirektor/Uni-Klinikum Erlangen) und Prof. Dr. Andreas Mackensen (Ärztlicher Kurator/Krankenpflegeschule des BSZG Erlangen). Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Es war der bekannte Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Zwar wünschten die Gäste der scheidenden Schulleiterin von Herzen alles Gute für den (Un-)Ruhestand, doch das Bedauern über ihren Weggang war groß. "Mit Ihnen geht ganz viel Wissen und Erfahrung", sagte Gabriele Ertl, Schulleiterin des erst vor einem Jahr gegründeten Staatlichen Beruflichen Schulzentrums für Gesundheitsberufe Erlangen am Universitätsklinikum Erlangen. "Sie waren schon lange überzeugt von der Idee eines gemeinsamen Schulzentrums, haben sich dafür eingesetzt und mich als Newcomerin unterstützt. Ich bedanke mich für den vertrauensvollen Austausch." Auch Christine Hefer, Ministerialrätin am Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, war es ein großes Anliegen, sich persönlich zu verabschieden: "Ich erinnere mich noch gut an unser erstes Treffen, als sie mir rieten: 'Man muss das tun, was man für richtig hält.' Sie haben hohe moralische Ansprüche, denen Sie stets gefolgt sind und Sie beherrschen die hohe Kunst des friedvollen Handelns." Damit habe Gunda Kramer im Laufe ihrer Amtszeit eine ganze Reihe von Aufgaben erfolgreich bewältigt.

Auf die gemeisterten Herausforderungen gingen an diesem Abend auch die anderen Laudatoren ein. "An die Berufsreform in der Pflege sind Sie beispielweise mit großer Offenheit herangegangen", erinnerte sich Reiner Schrüfer, Pflegedirektor des Uni-Klinikums Erlangen. "Insbesondere ist aber zu erwähnen, wie vehement Sie sich bei der Einführung des DRG-Systems gegen einen Abbau der Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege hier bei uns in Erlangen eingesetzt haben. Es ist Ihnen gelungen, alle Klassen zu erhalten, was gerade im Hinblick auf den heutigen Pflegenotstand ein großer Verdienst ist." Viel Anerkennung erfuhr Gunda Kramer auch für ihr Engagement bei der Etablierung des Praxisanleitungskonzepts am Uni-Klinikum Erlangen und weit darüber hinaus. "In den vergangenen zwölf Jahren haben wir gemeinsam über 300 Praxisanleiter ausgebildet", freute sich Erika Schütz-Protze, Pflegedienstleitung und seit 38 Jahren Weggefährtin von Gunda Kramer. "Du hast uns kompetent beraten und bist gemeinsam mit uns durch Bayern gefahren, um unsere Idee weiterzutragen. Du konntest Menschen begeistern und hast es immer wieder geschafft, Brücken von der Theorie in die Praxis zu schlagen."

45 Jahre am Uni-Klinikum Erlangen: ein bewegtes Berufsleben

Gunda Kramer absolvierte bereits ihre Berufsausbildung zur Krankenschwester in Erlangen (1972-75): damals noch an der Berufsfachschule für Krankenpflege an der Medizinischen Klinik. "Hier fand ich das beste Umfeld für den Start in mein Berufsleben vor. Selbstständigkeit und eigenverantwortliches Handeln wurden gefordert und gefördert. Schon beim Bewerbungsgespräch wusste ich, dass ich hier genau richtig bin", erinnerte sich die frischgebackene Ruheständlerin. Was die damals 17-Jährige zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Sie sollte ihre ganze berufliche Laufbahn, insgesamt 45 Jahre, am Uni-Klinikum Erlangen verbringen. Auf die Ausbildung folgten Tätigkeiten sowohl auf der Privat- als auch auf der Intensivstation der Chirurgie, später auf der Privatstation der Medizinischen Klinik und der Wochenstation der Frauenklinik. Um auf Missstände aufmerksam zu machen, sei da schon mal das Vorzimmer eines Klinikdirektors besetzt worden, plauderte eine Mitstreiterin aus dem Nähkästchen.

"Zunächst erschien es mir erstrebenswert, OP-Schwester zu werden. Doch bereits nach meinem ersten OP-Einsatz wusste ich, dass ich als 'Handlangerin' nicht glücklich werden würde", berichtete Gunda Kramer. Ihr nächstes Ziel sei dann die Pflegedienstleitung gewesen. Ein Jahr lang hielt sie es als stellvertretende Pflegedienstleitung in der Frauenklinik aus, bis sie sich neu orientierte: "In dieser Funktion war ich oft Einzelkämpferin, das gefiel mir nicht. Aber es machte mir Spaß, neue Mitarbeiter und Auszubildende anzuleiten. Deshalb begann ich im Oktober 1983 eine Weiterbildung, um beispielsweise an Krankenpflegeschulen unterrichten zu können." Im Januar 1997 schließlich, nachdem sie bereits über zehn Jahre lang Erfahrungen als Lehrkraft gesammelt hatte, wurde sie Leiterin der neuen Krankenpflegeschule: einem Zusammenschluss der beiden bisherigen Berufsfachschulen für Krankenpflege der Chirurgie und der Medizinischen Klinik. "Zwei Schulen - zwei Lehrerkollegien - jetzt unter einem Dach. Es waren Zeiten der Aufregung und der Verunsicherung", rief Hans-Dieter Werner, langjähriger Stellvertreter und nun Nachfolger von Gunda Kramer, die damalige Situation ins Gedächtnis. "Du hast die Herausforderung angenommen, die Teams zusammengeführt und eine Schule daraus geformt."

Immer ein offenes Ohr für die Schüler

Eine Schule, die heute über 200 Schüler zählt, die sich vom Engagement ihrer Schulleiterin anstecken ließen und lassen. Bereits 1997 ebnete Gunda Kramer den Weg für eine Schülermitverwaltung (SMV), die das Schulleben noch heute aktiv mitgestaltet. "Sie haben sich in all den Jahren mit insgesamt rund 400 von uns Klassensprechern einmal im Monat getroffen und besprochen", rechneten die SMV-Vertreter bei der Abschiedsfeier nach. "Sie haben uns stets unterstützt - was manchmal bestimmt nicht einfach war -, Sie hatten immer ein offenes Ohr für uns und wir danken Ihnen herzlich für die Offenheit und die Wertschätzung, die Sie uns Schülern zu jeder Zeit entgegengebracht haben."

Weitere Informationen:

Hans-Dieter Werner
Telefon: 09131 85-3222
E-Mail: dieter.werneratuk-erlangen.de

Gunda Kramer übergibt das Amt der fachlichen Leitung der Berufsfachschule für Krankenpflege des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Erlangen an ihren bisherigen Stellvertreter Hans-Dieter Werner. Foto: Uni-Klinikum Erlangen
 

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